Tipps für ein gelungenes Portfolio

Portfolio erstellen – So präsentierst du deine Arbeit richtig

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Willst du als Freelancer:in neue Kundschaft gewinnen und von dir überzeugen, benötigst du ein sauber strukturiertes und ansprechendes Portfolio, das dich und deine Arbeit gut widerspiegelt. Denn das ist oft das erste, was potenzielle Auftraggeber:innen von dir sehen, noch bevor ihr wirklich aufeinandertrefft. Umso wichtiger ist es, dich selbst und deine Projekte professionell in Szene zu setzen. In diesem Artikel verrate ich dir, wie das gelingt und was du beachten musst.

Ein gutes Portfolio ist für Freelancer:innen ein essentielles Instrument zur Eigenwerbung
Ein gutes Portfolio ist für Freelancer:innen ein essentielles Instrument zur Eigenwerbung

Was ist ein Portfolio und warum brauchst du eins?

Gerade in der Anfangsphase von exali habe ich gelernt, wie wichtig es ist potenzielle Kooperationspartner:innen, sowie Kundinnen und Kunden von meiner Expertise und damit auch von den über exali angebotenen Versicherungsprodukten zu überzeugen. Dazu gehörte zum einen, für meine Geschäftsidee und den Service Berufshaftpflichtversicherungen komplett online abzuschließen zu werben, aber eben auch zu zeigen, welche (Berufs-)Erfahrungen ich bereits hatte. Die eigenen Fähigkeiten bestmöglich zu präsentieren, ist gerade für Freelancer:innen essentiell – am besten funktioniert das über ein Portfolio.

Anmerkung: Ein Portfolio, also eine Sammlung und Präsentation deiner Arbeiten, ist vor allem für Freelancer:innen aus kreativen Bereichen wie Web- und Grafikdesign, Motion Graphics, 3D Design, Illustration, Texterstellung und bei ähnlichen Tätigkeiten wichtig. Aber auch Freiberufler:innen aus Bereichen wie IT und Technik, Buchhaltung, Steuern, Office-Assistenz oder Beratung etc. sollten Ihre Fähigkeiten präsentieren – hier sind aber Kundenreferenzen die sinnvollere Variante.

In einem Portfolio organisierst du deine besten Arbeiten in einer Sammlung. Nach Fertigstellung lässt sich dieses nutzen, um potenziellen neuen Kundinnen und Kunden zu zeigen, was du kannst. Hier stellst du nicht nur deine Erfahrung unter Beweis, sondern auch deine Kreativität und die Fähigkeit in verschiedenen Projekten erfolgreich zu arbeiten. Im Idealfall gewinnst du so Vertrauen und neue Aufträge, denn die Angaben in deinem Portfolio können neue Auftraggeber:innen verifizieren und wissen so genau, was sie bei einer Zusammenarbeit mit dir zu erwarten haben.

Ein Portfolio erstellen – darauf kommt es an

Doch genug mit der grauen Theorie, kommen wir zur Praxis: Zu Beginn ist es mir wichtig klarzustellen, dass es nicht das eine richtige Portfolio gibt. So wie unterschiedliche Branchen und Professionen existieren, können auch Portfolios verschiedenen Zwecken dienen. Das führt schon zum ersten wichtigen Punkt:

Art des Portfolios festlegen

Wie eingangs erwähnt ist Portfolio nicht gleich Portfolio. Die erste wichtige Unterscheidung erfolgt hier zwischen einer Online- und Offline-Version. Onlineversionen sind inzwischen natürlich viel weiter verbreitet, schließlich sind sie unheimlich praktisch und deine Arbeiten sind überall, wo es eine halbwegs stabile Internetverbindung gibt, schnell zugänglich. Das Offline-Portfolio ist deswegen aber längst nicht tot: Bist du zu einem Vorstellungsgespräch in Präsenz eingeladen, ergibt sich hier eine gute Gelegenheit, vor Ort zu zeigen, an welchen Projekten du bereits gearbeitet hast und du kannst Fragen direkt beantworten.

Doch auch inhaltlich existieren verschiedene Varianten des Portfolios Das klassische Portfolio kommt meist im Kreativbereich zum Einsatz und setzt sehr auf visuelle Reize – so präsentieren etwa Illustrator:innen und Designer:innen ihre Werke. Je nach Projekt können sie auch anderes beinhalten. Angehörige der IT-Branche zum Beispiel berufen sich auf Referenzen, also persönliche Empfehlungen, die sie für künftige Tätigkeiten qualifizieren. Das geschieht in Form einer Referenzliste, in der die Referenzgeber:innen und Projekte aufgelistet werden – unter anderem mit folgenden Informationen:

  • der Name des Unternehmens
  • Vor- und Nachname der/des Referenzgeber:in
  • die Position der/des Referenzgeber:in
  • ein grober Abriss des Projekts sowie die Rolle der/des Freelancer:in darin

Du siehst: Portfolios können sich sehr voneinander unterscheiden, je nachdem in welcher Branche du arbeitest und was im angestrebten Projekt gefordert ist.

Hol dir Inspiration

Auch wenn dein Portfolio dich und deine Arbeit widerspiegeln soll, spricht natürlich nichts dagegen, dich ein wenig von Kolleginnen und Kollegen aus der Branche inspirieren zu lassen, bevor du loslegst. Schau dir einfach passende Portfolios an und mache dir klar, welche Fähigkeiten, aber auch welche Atmosphäre sie vermitteln. Das wird dir helfen, dich und dein Portfolio noch besser im Markt zu positionieren.

Tipp: Ein gelungenes Portfolio hilft dir, neue Aufträge zu generieren. Wenn die doch mal ausbleiben, habe ich hier einige Anregungen für dich: Was tun bei Auftragsflaute? 5 Tipps für Freelancer:innen.

Wähle die passende Vorlage

Zeit, tätig zu werden. Willst du ein Online-Portfolio, brauchst du eine Website. Dafür gibt es verschiedene Anbieter:innen, die dir den Prozess der Erstellung möglichst vereinfachen wollen, etwa Adobe, Squarespace oder Flipsnack. Die meisten von ihnen arbeiten mit Templates – so hast du ohne großen Aufwand gleich ein ansprechendes Layout, in dem potenzielle Kundschaft deine Arbeiten bewundern kann. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei nahezu endlos, von der Galerie bis zum Onepager sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Versetze dich in deine Zielgruppe

Dein Portfolio soll Kundinnen und Kunden von dir überzeugen. Damit dir das gelingt, hilft es, das Ganze einmal aus der Kundenperspektive zu betrachten:

  • Was würdest du als Auftraggeber:in über dich und deine Arbeit wissen wollen?
  • Was wäre dir wichtig, um von einer Arbeit überzeugt zu sein?

Wenn du diese Fragen sorgfältig und ehrlich beantwortest, wird dein Portfolio wesentlich authentischer und deine potenziellen neuen Auftraggeber:innen finden genau das, was sie brauchen, um sich für dich zu entscheiden.

Die richtigen Inhalte und Funktionen

Da die Vorarbeit nun abgeschlossen ist, kannst du dich jetzt mit den konkreten Inhalten deines Portfolios auseinandersetzen. Doch auch wenn es möglich ist, dein Portfolio ganz individuell zu gestalten, solltest du auf bestimmte Elemente nicht verzichten. Du benötigst unter anderem:

  • Startseite: Hier landen potenzielle Auftraggeber:innen, wenn sie sich dein Portfolio ansehen wollen. Beschreibe kurz, wer du bist, was du tust und was dich und deine Arbeit ausmacht
  • Navigation: Die ist wichtig, damit Betrachter:innen deines Portfolios schnell finden, was sie suchen
  • „Über-mich“-Seite, in der du dich und deinen Werdegang kurz vorstellst: Hier darfst du ruhig etwas persönlicher werden und zeigen, was dich ausmacht. Wenn du möchtest, kannst hier auch einen Lebenslauf zum Herunterladen einbinden.
  • Kontakt-Möglichkeit: Gefällt potenziellen Kundinnen und Kunden dein Portfolio, sollten sie natürlich unkompliziert mit dir in Kontakt treten können

Selbstverständlich kannst du deinem Portfolio auch noch weitere Unterseiten hinzufügen und zum Beispiel einen Blog oder Onlineshop verlinken. Achte nur darauf, dass du dich nicht verzettelst – du willst Betrachter:innen deine wichtigsten Arbeiten zeigen und sie nicht mit zu vielen Eindrücken überfordern.

Welche Arbeiten kommen ins Portfolio?

Natürlich bist du stolz auf deine Arbeiten und willst möglichen neuen Auftraggeber:innen zeigen, was du kannst. Trotzdem solltest du die Arbeiten für dein Portfolio sorgfältig auswählen und nicht alle Projekte zeigen, an denen du in deiner Laufbahn je gearbeitet hast. Konzentriere dich stattdessen auf Projekte, die deine Fähigkeiten am besten widerspiegeln. Das können etwa besonders komplexe Projekte sein oder solche, für die du sehr positives Kundenfeedback oder sogar Preise erhalten hast. Wichtig ist: Wähle die Highlights aus, die am besten zeigen, was du kannst.

Willst du bei der Bewerbung für ein konkretes Projekt punkten, kannst du dein Portfolio auch so zusammenstellen, dass es genau der von dir angepeilten Zielgruppe gefällt. Wofür du dich auch entscheidest: Achte dabei stets auf einen roten Faden, der sich durch dein Portfolio zieht. Sortiere deine Arbeiten zum Beispiel chronologisch oder fasse ähnliche Arbeiten zu einer Gruppe zusammen.

Achtung Nutzungsrechte!

Willst du dein Portfolio mit einer gelungenen Arbeit bestücken, solltest du das niemals ohne schriftliches Einverständnis deiner Kundinnen und Kunden tun. Zwar liegt das Urheberrecht bei dir, doch deine Auftraggeber:innen haben das Recht, deine Schöpfungen zu nutzen. Führe dabei detailliert aus, was du wo und wie lange veröffentlichst. Am sinnvollsten ist es, die Nutzung bereits im Vorfeld vertraglich zu vereinbaren – so bleiben keine Fragen offen. Das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn manche Auftraggeber:innen sind von allzu detaillierten Beschreibungen unter Umständen gar nicht begeistert. Im schlimmsten Fall kann das sogar zu Abmahnungen oder Schadenersatzforderungen führen, wie einige IT-Freelancer:innen in diesem echten exali Schadenfall erfahren mussten: Geheimhaltungsvereinbarung verletzt.

Zeige, wie du arbeitest

Neben der Präsentation deiner Arbeiten geht es bei einem Portfolio auch darum, deinen Schaffensprozess zu illustrieren. Zeige, was dich zu deinen Arbeiten inspiriert, welche Schritte du unternimmst und welche Zwischenstadien deine Arbeit bis zum finalen Resultat durchläuft. Das macht dich für neue Kundschaft greifbar und alle wissen genau, worauf sie sich bei einer Zusammenarbeit mit dir einlassen.

Aktualität und Qualität

Das ist ein weiterer wichtiger Punkt, wenn es an die Auswahl deiner Arbeiten für das Portfolio geht. Besonders in der kreativen Branche ist Aktualität wichtig. Daher solltest du in deinem Portfolio nur Arbeiten aus den letzten zwei oder drei Jahren platzieren. Das zeigt nicht nur, dass du immer wieder an neuen Projekten arbeitest, sondern auch, dass du dich stetig weiterentwickelst und mit der Zeit gehst.

Doch um dich und deine Arbeiten von ihrer besten Seite zu zeigen, solltest du nicht nur auf die Auswahl deiner Arbeiten achten, sondern auch auf deren Qualität. Sorge also für eine gute Auflösung der Bilder und eine ordentliche Darstellung der Farben.

SEO-Optimierung

Nun wird es ein wenig technisch: Ein gutes Portfolio macht viel Arbeit – da soll es online natürlich auch gefunden werden. Das gelingt durch Suchmaschinenoptimierung (SEO). SEO ist natürlich eine ganz eigene Disziplin, die sich nicht „mal eben“ erlernen lässt. Ein paar Tipps kann ich dir diesbezüglich trotzdem geben.

  • Deine schriftlichen Inhalte sollten einzigartig, aktuell und von guter Qualität sein
  • Recherchiere und integriere relevante Keywords
  • Versehe deine Bilder mit Alt-Texten und Bildunterschriften

Diese drei Punkte kannst du verhältnismäßig zügig umsetzen und damit schon einiges für ein gutes Ranking in den organischen Suchergebnissen von Google tun. Wenn du tiefer ins Thema SEO eintauchen willst, dann interessiert dich vielleicht dieser Artikel: SEO Tipps für Unternehmer:innen – mach es zu DEINEM Tool.

Optimierung für mobile Endgeräte

Weiteres Optimierungspotenzial bietet die Darstellung auf mobilen Endgeräten. Ziel ist es, dass dein Portfolio auf Desktop und Tablet beziehungsweise Smartphone gleichermaßen ansprechend aussieht. Dafür genügt es aber nicht, einfach eine verkleinerte Version zu erstellen, sondern die mobile Version deines Portfolios sollte sich auch inhaltlich von der Desktopversion unterscheiden. Überlege also, auf welche Elemente du verzichten kannst und besinne dich aufs Wesentliche. Farben und Schriftarten sollten bei allem, was du tust, dennoch gut sicht- und lesbar bleiben.

Portfolio: Ein wichtiges Instrument zur Eigenwerbung

Ein gutes Portfolio ist eine Arbeit, die niemals richtig endet. Doch der Aufwand lohnt sich! Denn wenn du diese Zeit investierst, wird dein Portfolio ist ein wunderbares Instrument, um Werbung für dich und dein Business zu machen. Ich wünsche dir dabei viel Erfolg und jede Menge tolle Projekte.

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