Heißer Datenmissbrauch: Vibrator übermittelt Nutzerverhalten an die Herstellerfirma

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Heiße Gedanken, noch heißere Gefühle, ein gewisses Kribbeln im Bauch….. Was zwischen heimischen Laken geschieht sollte dort bleiben? Diese Einstellung scheint ein kanadischer Sexspielzeug-Hersteller nicht zu teilen. Das Vorzeigemodell der Firma sammelt und übermittelt Nutzerdaten an den Hersteller. Für eine Kundin ist die Sache klar: Hier handelt es sich um Datenmissbrauch, der so überhaupt nicht sexy ist.

Was im Schlafzimmer passiert soll geheim bleiben
Was im Schlafzimmer passiert soll geheim bleiben

Wenn ein Sexspielzeug zum Lustkiller wird, komme ich um ein Webzuckerl nicht herum. Es gibt Neues zu dem Fall – mein Update vom 17.08.2017.

Vibrator mit Datenleck

Die ganze Geschichte rund um die spionierenden Vibratoren hat bereits im Jahr 2016 für Aufregung gesorgt. Damals war bekannt geworden, dass Vibratoren Nutzerdaten unerlaubterweise an den Hersteller übermitteln. Nun ist der juristische Streit um die vernetzten Sextoys beendet. Der Hersteller der We-Vibe Vibratoren hat sich bereiterklärt den Klägern 10.000 US-Dollar Entschädigung pro Person zu bezahlen. Insgesamt muss das Unternehmen damit 3,75 Millionen US-Dollar an amerikanische Nutzer überweisen, weil die zu den Toys gehörige App, heimlich Daten an den Hersteller gesendet hat.

Hier gibt es die ganze Geschichte, im Artikel aus dem Jahr 2016, zum Nachlesen:

Dass das Internet of Things auch das Schlafzimmer erobert, war eigentlich nur eine Frage der Zeit; ebenso wie die Datenschutzproblematik, die bei solch pikanten Informationen quasi auftreten muss.

Ein kanadischer Sextoy-Hersteller will Erotik auf eine neue Stufe heben, indem sich Vibrations-Rhythmus und Intensität ihres Vorzeige-Vibrators individuell auf dem Smartphone steuern lassen. Nachdem der Vibrator namens „We-Vibe“ per Bluetooth mit der App „We-Connect“ verbunden wurde, kann der interaktive Solo-Spaß auch schon losgehen. Wer will kann sein Sextoy auch vom Partner bedienen lassen, dazu bietet die App eine „connect“ Funktion an.

Datenkrake Vibrator-App

Doch was geschieht mit den Daten, die die App sammelt? Die gehen direkt ans Unternehmen und zwar inklusive Emailadresse der Nutzerin. Der Hersteller will sämtliche intimen Details wissen; wann, wie häufig, wie fest, ob mit Partner oder ohne, eine komplette Nutzungsstatistik des Gerätes wird übermittelt. Dagegen will sich nun eine amerikanische Nutzerin wehren und hat Klage gegen das amerikanische Unternehmen eingereicht. Sie fordert eine Unterlassungsverfügung gegen das Unternehmen und möchte den Kaufpreis zuzüglich Schadenersatz erstreiten.

Heißes Beispiel für brisantes Thema

Welche Auswüchse die Datenschutzthematik in den kommenden Jahren annehmen wird, lässt sich an dem Sextoy-Beispiel – trotz schelmischem Augenzwinkern – gut erkennen. Kunden wollen immer neue Gadgets, mit immer mehr Funktionen, Smart-Homes, Smart-Kühlschränke und komplett vernetzte Autos sind die Zukunft. Für Entwickler bedeutet dies, dass auch die Sicherheitsanforderungen an die eigene Arbeit immer weiter steigen werden.

Ich habe bei exali.de tägliche Fälle auf dem Tisch, bei denen Datenlecks (egal ob durch fehlerhafte Programmierung, in voller Absicht oder durch einen Hack) für den Unternehmer große finanzielle Schwierigkeiten bringen – ein Sextoy-Hersteller war bisher allerdings nicht dabei 😉

Der Hersteller hat im Übrigen inzwischen angekündigt, externe Datenschutzexperten zu engagieren, die die Datenverarbeitung überprüfen sollen. Ein Update für die App soll Ende des Monats kommen. Dann sollen Kunden selbst beeinflussen können, was mit ihren Daten geschieht.

Weiterführende Informationen:

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Über Ralph Günther

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Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.

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