Ein Prosit auf das Original: Gehört das „Oktoberfest“ bald der Stadt München?

Facebook
Twitter
XING
LinkedIn
WhatsApp
Pocket
Email

In einigen Tagen steht München wieder Kopf, denn die Wiesn wird eingeläutet! Und wer zu weit weg wohnt, um feucht fröhlich mit einer Maß Bier anzustoßen, muss nicht lange suchen: Irgendwo in naher Umgebung findet bestimmt ein „German Oktoberfest“ statt, egal, ob in London oder Madrid. Dirndl & Lederhose, blau-weiß karierte Servietten und natürlich Volksmusik zum Schunkeln – so gut wie jedes Detail wird standesgemäß vom Original abgeschaut. Doch wenn es nach der bayrischen Landeshauptstadt geht, könnte damit bald Schluss sein. Zumindest den Namen „Oktoberfest“ möchte sie sich schützen lassen.

Wiesn-Zeit = Markenstreit-Zeit?
Wiesn-Zeit = Markenstreit-Zeit?

Heute blicke ich auf meinem Blog mal rüber zum bayrischen Nachbarn München. Denn dort wird aktuell ein höchst interessanter Markenstreit ausgetragen, der den guten Ruf des traditionsreichen Volksfests bewahren will.

Oans, zwoa, Markenstreit!

Vom 17. September bis 3. Oktober werde ich mir im knapp 70 km entfernten München auf dem Oktoberfest bestimmt auch mal das ein oder andere Bier genehmigen. In Zukunft soll ein Oktoberfest-Besuch sogar nur noch dort möglich sein, denn das richtige Oktoberfest gibt es einzig und alleine auf der Münchner Theresienwiese! Zumindest sieht das die Stadt München so und eröffnete Mitte Juni 2016 gemeinsam mit einer Münchner Anwaltskanzlei den Kampf gegen alle Oktoberfest-Kopien- und Kopierer. Konkret wird versucht, beim EU-Markenamt EUIPO den Namen „Oktoberfest“ auf europäischer Ebene eintragen und somit schützen zu lassen.

Eine endgültige Entscheidung wurde zwar noch nicht getroffen, doch die Chancen für einen Sieg der Münchner im Markenstreit stehen nicht schlecht.

Die Chancen stehen gut

Das Fest, auf das Millionen Menschen monatelang hinfiebern, um sich endlich wieder in Tracht und Schale schmeißen zu können, ist weltweit bekannt. Und mal ehrlich, der ein oder andere von euch wurde doch im Ausland bestimmt auch schon mit dem „German Oktoberfest mit Beer und Pretzels“ in Verbindung gebracht? 😉 Und genau diese Bekanntheit soll beim EU-Markenamt mittels eines Gutachtens dargelegt werden, damit das Oktoberfest als einmalige und ursprüngliche Münchner Veranstaltung geschützt werden kann. Gelingt dies für alle beantragten Waren -und Dienstleistungssegmente, die mit dem Namen „Oktoberfest“ europaweit in Verbindung stehen, ist eine erfolgreiche EU-Markeneintragung wahrscheinlich. Ein weiteres Argument, das für die Forderung der Stadt München spricht ist, dass sie einen erheblichen, auch finanziellen Aufwand betreibt, damit das jährlich stattfindende, größte Volksfest der Welt ein Erfolg wird.

Das Aus für Oktoberfest-Fanartikel?

Das Oktoberfest zu Gast in der Welt? Das würde dann eindeutig der Vergangenheit angehören. Und ein erfolgreiches Eintragen der Marke könnte einen ganz schönen Abmahn-Stein ins Rollen bringen. Kurz gesagt würde das bedeuten: Wer keine Lizenz für die Verwendung der Marke „Oktoberfest“ hat, wird abgemahnt und muss im Ernstfall teuer bezahlen!

Und wer vorab keine Lizenz beantragen und für diese zahlen will, muss umstrukturieren und sich neue Konzepte, fernab vom Oktoberfest suchen. Nicht nur die Partyveranstalter Europas müssten sich neue Partymottos ausdenken, um die Besucher ihrer Fake-Oktoberfeste weiterhin in bayrischer Volksfest-Manier auf Bierbänken zu Blaskapellen-Musik mitgrölen zu lassen. Auch Reiseveranstalter, Restaurants, Cateringdienste, Hotels, Werbeagenturen und sogar Brauereien sowie Hersteller von Parfums, Schreibwaren, Fotografien oder sonstige Souvenirartikel müssten zukünftig sämtliche Werbe-Strategien überdenken.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Auch wenn das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen ist, zeigt der Fall wohl eindrucksvoll, was die Eintragung einer einzelnen Marke bewirken kann. Trotzdem bin ich guter Dinge, dass die Oktober-Fans unter uns zukünftig nach wie vor auf ihre Kosten kommen werden. Und mal ehrlich: Wer wirkliche Volksfest-Tradition und bayrische Lebensfreude erleben will, sollte so oder so dem Original in München einen Besuch abstatten 😉

Weiterführende Informationen:

Kategorien

Über Ralph Günther

RGPortrait eckig final

Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.

Über die exali AG

exali logo

Die exali AG mit Sitz in Augsburg ist der Spezialist für Berufshaftpflicht-versicherungen für Freelancer und Selbständige. Ein intuitiver Online-Rechner ermöglicht den Abschluss einer Berufshaftpflicht in unter 10 Minuten. Bei exali treiben wir die Digitalisierung der Versicherungsbranche jeden Tag ein weiteres Stück voran.

Facebook
Twitter
XING
LinkedIn
WhatsApp
Pocket
Email

Alles rund um Chancen und Risiken im Business auf exali.de:

dsgvo gefe
DSGVO-Gesetze im Internet: Die wichtigsten Urteile und Risiken
Welche Regelungen gelten beim Datentransfer in Drittländer? Was muss eine DSGVO-konforme Webseite enthalten? Was gibt es hinsichtlich der DSGVO bei Newsletter oder Social Media zu beachten? Diese… weiterlesen
email gecdff
Newsletter-Abmeldung verhindern: So halten Sie Ihre Abonnent:innen
Newsletter-Abmeldungen verhindern: Wir zeigen Ihnen die fünf häufigsten Gründe, aus denen sich Abonnent:innen vom Newsletter abmelden und wie Sie sie doch noch umstimmen können. weiterlesen
cybersecurity gcdfffef
Cybercrime: Business-Risiko Cyber-Erpressung
Laut einer aktuellen Studie des BSI bleibt Ransomware weiterhin die Top-Bedrohung für Unternehmen. Wie Sie Ihr Business schützen können, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst: weiterlesen
wordpress
Content-Kooperationen: Chancen und Risiken für Ihr Business
Eine Content-Kooperation bietet viele Vorteile: Mehr Reichweite, mehr Traffic, Verbesserung des SEO-Rankings und möglicherweise auch neue Kundschaft. Wir verraten Ihnen, wie eine Content-Kooperation… weiterlesen

Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.
RGPortrait eckig final

Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.

LogoBlog

Die exali AG mit Sitz in Augsburg ist der Spezialist für Berufshaftpflicht-versicherungen für Freelancer und Selbständige. Ein intuitiver Online-Rechner ermöglicht den Abschluss einer Berufshaftpflicht in unter 10 Minuten. Bei exali treiben wir die Digitalisierung der Versicherungsbranche jeden Tag ein weiteres Stück voran.