My Home Office

Marketing-Fail? Wie ein Spiel-Set von Fisher-Price Eltern erzürnt

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Ein Laptop, ein Smartphone, ein Kaffeebecher, ein Headset und ein paar „Apps“: Das Spiel-Set von Fisher-Price für Kinder ab drei Jahren enthält alles, um den neuen Arbeitsalltag von Eltern nachzuspielen. Besagte Eltern reagieren auf „My Home Office“ allerdings alles andere als begeistert…

Mit dem Spiel-Set „My Home Office” von Fisher-Price sollen Kinder den neuen Arbeitsalltag ihrer Eltern nachspielen können – die sind allerdings wenig begeistert.
Mit dem Spiel-Set „My Home Office” von Fisher-Price sollen Kinder den neuen Arbeitsalltag ihrer Eltern nachspielen können – die sind allerdings wenig begeistert.

Twitter ist für mich ein Phänomen unter den sozialen Netzwerken. Anders als auf anderen sozialen Netzwerken geht es hier vorrangig um Texte, verglichen mit etwa Facebook ist die Community eher klein, wächst aber stetig und gerade in den USA hat Twitter enormen Einfluss. Gerade Politiker:innen, Aktivist:innen, Organisationen sowie Stars aus dem Bereich Entertainment nutzen das soziale Netzwerk gerne. So passiert es nicht selten, dass Debatten in dem verhältnismäßig kleinen Netzwerk starten und anschließend große Wellen schlagen.

Fisher-Price erzürnt mit seinem Spiel-Set Eltern auf Twitter

Die Geschichte von Fisher-Price und seinem Spiel-Set ist ein Paradebeispiel für eine solche Debatte. „My Home Office“ erschien in den USA bereits im August 2020, wirklich Aufmerksamkeit bekam es aber erst jetzt – dank eines Tweets des Washington-Post-Redakteurs Drew Harwell. Er postete einige Screenshots von der Produktseite und nannte das Spiel-Set „düster“ – in den Kommentaren stimmten ihm viele zu. So schreibt eine Userin beispielsweise: „Das ist echt. Ich schätze, wir leben jetzt eben alle in der Hölle.“

Die Aufregung um das Spiel-Set, das wie Harwell viele als zynischen Kommentar zur Realität von Eltern während der Corona-Pandemie auffassten, schlug so hohe Wellen, dass mittlerweile auch deutsche Medien darüber berichten. So fand auch ich die Geschichte vor kurzem auf einem Online-Magazin und fand sie faszinierend. Es ist zwar offensichtlich, dass Fisher-Price bei den Werbetexten zu dem Produkt ein wenig zu viel Ironie verwendet hat, aber an sich ist die Tatsache, dass Kinder den Alltag ihrer Eltern nachspielen nun nicht so weit hergeholt. Das sehen auch einige User:innen auf Twitter so, andere dagegen sehen in dem Spiel-Set den Anfang vom Ende der kindlichen Fantasie.

Ein Spiel-Set als Synonym für Kapitalismus?

Der US-Blogger Rob Walker bringt diese Kritik in einem Beitrag auf den Punkt: „Es war einmal, vor langer Zeit, da haben Kinder so getan als wären sie Astronauten oder Superhelden, bevor das Schulsystem sie all ihrer Träume beraubte. Dank eines Spielzeugs, das durch den Covid-19-bedingten Home-Office-Boom inspiriert wurde […] können sie jetzt direkt zu Fantasien vom kraftraubenden Alltag der Chat-Unterhaltungen und Zoom-Meetings übergehen.“

Wie bereits geschrieben ist es nichts Neues, dass Kinder ihre Eltern imitieren und deren Alltag nachspielen. Wenn Mama und/oder Papa also täglich vor einem PC sitzen, mit einem auf dem Kopf und einem Kaffeebecher in der Hand, dann ist es eigentlich nur logisch, dass die Kinder das auch nachahmen. Wo ich dem Blogger allerdings zustimme, ist die übertriebene Ironie der Werbetexte, mit denen Fisher-Price „My Home Office“ bewirbt. Da finden sich Texte wie: „Hol dir lieber einen Kaffee zum Mitnehmen, der Report muss heute Morgen fertig werden“ oder „Mit dem ‚My Home Office‘-Set von Fisher-Price wird Ihr Vorschulkind zur Chef:in ihres/seines Arbeitsplatzes – zu Hause, im Café nebenan oder auf dem Mond.“

Warum Ironie und Marketing nicht immer gut zusammenpassen

Satire wird gerne missverstanden – ein oft auch einkalkuliertes Phänomen. Das zeigen nicht zuletzt die großen Diskussionen der letzten Jahre in denen es zum Beispiel um das Gedicht eines TV-Moderators, Ausschnitte verschiedener Kabarettprogramme oder satirische Kolumnen in Online-Magazinen ging. Satire in Werbebotschaften kann sogar noch schwieriger sein, das zeigte bereits True Fruits im Jahr 2019, als mit Texten wie „Schafft es selten über die Grenze“ etwa ein schwarzer Smoothie beworben wurde. Augenzwinkernde Werbung ja, aber hier landen wir ganz schnell bei der viel strapazierten Frage: Was darf Satire? Meiner Ansicht nach schadet das der beworbenen Marke im Zweifel mehr als es nutzt.

Home Office: Hölle oder Segen?

Beim Thema Home Office scheiden sich die Gemüter, das sehe ich auch in meinem eigenen Unternehmen. Während einige meiner Mitarbeiter:innen bereits seit über einem Jahr nur noch von Zuhause aus arbeiten, finden andere schon zwei Tage zu viel. Für viele Eltern gab es während der coronabedingten Schul-, Kindergarten- und Kita-Schließungen natürlich keine Alternativen und das brachte einige Herausforderungen mit sich. Ich denke aber, dass es deutlich kontroversere Spiel-Sets von Fisher-Price gibt als „My Home Office“ – Spielzeugküchen, Waschmaschinen oder Baby-Wickeltische, die nicht unbedingt ein progressives Frauenbild fördern.

Fazit: Vorsicht bei den Werbebotschaften!

Die Corona-Pandemie hat unser Leben nachhaltig beeinflusst – das gilt sowohl für unseren Berufsalltag, als auch den privaten Bereich – und natürlich inspiriert das nicht nur die Produktentwicklung, sondern auch die Werbung. In meinem Artikel über ein PC-Spiel, das den Corona-Zeitgeist perfekt widerspiegelt, habe bereits einiges dazu geschrieben. Doch wie bereits vor der Pandemie gilt auch jetzt: Ironie und Werbung sind nicht immer ein gutes Team. Ich frage mich allerdings schon, wie lange es wohl dauert, bis ein Spielwarenhersteller ein Arzt-Spiel-Set zum Thema Impfung herausbringt.

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Über Ralph Günther

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