Der Webshop in der Sommerpause? So gehen Onlinehändler rechtssicher in den Urlaub

Facebook
Twitter
XING
LinkedIn
WhatsApp
Pocket
Email

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Arbeitnehmer können jetzt mehr oder weniger unbesorgt in die Ferne abdüsen, doch für Webshop-Betreiber sieht die Sache anders aus. Onlineshops müssen im Netz bleiben, ganz egal, ob der Betreiber am Baggersee in der Sonne brutzelt, an der Adria bei Pizza und Pasta entspannt oder das andere Ende der Welt erkundet. Wer den Kunden nicht verärgern und auch rechtlich auf der sicheren Seite sein will, sollte einige Regeln beachten.

beach

Der Webshop im Urlaub und was Onlinehändler umsetzen müssen, wenn sie entspannt in die Ferien fahren wollen, sind heute Thema in meinem Blog.

Webshop-Betreiber: So geht entspannter Urlaub

Ich selbst war gerade erst in Afrika und habe das Glück, mich auf meine Mitarbeiter verlassen zu können. eCommerce Startups haben aber häufig nicht den Luxus einer Urlaubsvertretung und müssen deshalb den Webshop in den Ferienmodus setzen.

Wer den eigenen digitalen Marktplatz schon vor dem Urlaubsstart „präpariert“, erlebt im Anschluss kein böses Erwachen.

Urlaub im Webshop: So geht`s

Der Knackpunkt ist die Lieferfrist: Nach dem neuen Verbraucherrecht muss der Onlinehändler die nämlich für jedes Produkt angeben. Also reicht ein allgemeiner Urlaubshinweis auf der Startseite alleine nicht aus (was viele Webshop-Betreiber irrtümlich glauben).

Der Kunde muss schon vor dem Kauf wissen, wann die Ware voraussichtlich geliefert wird und dazu müssen eindeutige Angaben gemacht werden. Die üblichen Versandangaben im Rahmen der Artikelbeschreibung wie „lieferbar in 3-5 Werktagen“ und dazu ein Hinweis auf der Startseite „Wir sind bis 13.08.2014 im Urlaub, bestellte Ware wird erst ab dem 14.08.2014 versandt“ sind eben keine eindeutigen Angaben.

Denn: Der Kunde bekommt widersprüchliche Infos, ob die Ware nun in 3-5 Werktagen geliefert wird oder eben nach dem 14.08.2014. Auch, wenn vom Besteller gerne logisches Denkvermögen und ein wenig Kombinationsgeschick erwartet werden darf, rechtlich ist die Angabe so nicht in Ordnung.

Mein Tipp für Rechtssicherheit: Die Lieferfrist bei jedem Produkt ändern und dazu ein Hinweis auf den Urlaub geben. Natürlich wird die Frist dann sinnigerweise nicht in Werktagen angegeben, sondern mit einem konkreten Datum. Wer also bis zum 13.08.2014 im Urlaub ist, setzt einfach die Lieferzeit auf die Woche nach seiner Rückkehr. Zum Beispiel „Lieferung erfolgt zwischen dem 16. und 19.08.2014“.

Annahmeerklärung als „Notlösung“?

Nun könnte natürlich argumentiert werden: „Wenn ich die Bestellung des Kunden nicht bestätige, bin ich rechtlich fein raus. Die Lieferfrist läuft ja erst mit der Bestellbestätigung an“. Das ist aber zu kurz gedacht: Mal davon abgesehen, dass die meisten Webshops Bestellbestätigungen automatisch versenden, ist die Annahmeerklärung nicht entscheidend für die Lieferfrist. Nach neuem Verbraucherrecht läuft sie ab dem Moment, in dem der Verkäufer die Ware in den Warenkorb legt.

Dazu kommt: Kunden, die tagelang weder eine Bestellbestätigung, noch die Ware bekommen, kommen vermutlich nicht mehr wieder.

Fazit: Jeder muss von Zeit zu Zeit mal die Seele baumeln lassen und abschalten. Als Webshop-Betreiber bleibt da natürlich der kleine „Nachteil“, dass die Kunden auch in der Urlaubszeit bedient werden wollen. Wenn niemand die Vertretung übernehmen kann, muss der Webshop „ferienfit“ gemacht werden – inklusive aller rechtlichen Vorgaben. Um`s Email-Checken kommt man als Selbständiger aber leider nicht drum rum (auch nicht in Afrika) :-).

Weiterführende Informationen

Kategorien

Über Ralph Günther

RGPortrait eckig final

Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.

Über die exali AG

exali logo

Die exali AG mit Sitz in Augsburg ist der Spezialist für Berufshaftpflicht-versicherungen für Freelancer und Selbständige. Ein intuitiver Online-Rechner ermöglicht den Abschluss einer Berufshaftpflicht in unter 10 Minuten. Bei exali treiben wir die Digitalisierung der Versicherungsbranche jeden Tag ein weiteres Stück voran.

Facebook
Twitter
XING
LinkedIn
WhatsApp
Pocket
Email

Alles rund um Chancen und Risiken im Business auf exali.de:

shutterstock zugeschnittenNews
Die 5 häufigsten Rechtsverletzungen und wie Sie diese vermeiden
Keine Rechtsverletzung, keine Abmahnung: Wir verraten, welche Rechtsverletzungen in der Praxis am häufigsten vorkommen und wie Sie diese vermeiden… weiterlesen
michael geiger JJPqavJBy k unsplash
Ransomware: Ein Schadenfall über einen Trojaner und ungenügende Absicherung
Hier ging wirklich alles schief: Nach einer Cyberattacke machte sich ein IT-Dienstleister daran, die IT-Systeme einer Consultingfirma wiederherzustellen. Menschliches Versagen und veraltete Technik machten… weiterlesen
steven binotto hEPKA KRk unsplash
Markenrechtsverletzung: Ein IT-Dienstleister vergisst Markenrecherche
Eine umfangreiche Markenrecherche gehört dazu, wenn man eine neue Marke anmelden will. In diesem echten Schadenfall „vergaßen“ diese jedoch sowohl der IT-Dienstleister als auch seine… weiterlesen
Substack Interview Sascha Pallenberg Artikelbild
Substack: Blog, Podcast und Newsletter über eine Plattform
Sascha Pallenberg gehört zu den bekanntesten Tech-Bloggern im deutschsprachigen Raum. Im Interview sprach er mit uns über sein neues Projekt „Metacheles“ und die Vorteile der Plattform… weiterlesen

Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.
RGPortrait eckig final

Schnell, einfach und komplett online: So stellte ich mir als Versicherungsmakler den Abschluss einer Berufshaftpflicht für Freelancer und Selbständige vor.  Da kein Anbieter eine ansprechende Lösung hatte, setzte ich meine Idee 2008 selbst um und gründete die exali AG (damals exali GmbH). Über meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse schreibe ich auf dem RGBlog.

LogoBlog

Die exali AG mit Sitz in Augsburg ist der Spezialist für Berufshaftpflicht-versicherungen für Freelancer und Selbständige. Ein intuitiver Online-Rechner ermöglicht den Abschluss einer Berufshaftpflicht in unter 10 Minuten. Bei exali treiben wir die Digitalisierung der Versicherungsbranche jeden Tag ein weiteres Stück voran.