Haustier-Dating?

Das Tierheim München nutzt Tinder zur Tiervermittlung

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Tinder für Haustiere? Ja, das gibt es jetzt wirklich! Der Tierschutzverein München hat sich mit der Media-Agentur TERRITORY für ein einzigartiges Projekt zusammengetan: der Tiervermittlung über die bekannte Dating-App. Die Idee dahinter und wie das „Haustier-Dating“ funktionieren soll, habe ich mir mal etwas genauer angesehen.

Haustiervermittlung über eine Dating-App? Das Tierheim München probiert es aus!
Haustiervermittlung über eine Dating-App? Das Tierheim München probiert es aus!

„Wie wäre es mit einem neuen Bürohund?“ – diese scheinbar unschuldige Frage einer Mitarbeiterin brachte mich auf die Aktion „The Purrfect Match“. Denn natürlich hatte die Frage einen konkreten Hintergrund und tatsächlich gibt es bei exali aktuell kein Büro-Tier. Was in erster Linie daran liegt, dass unsere Hausverwaltung ein striktes Verbot gegen Tiere im Gebäude ausgesprochen hat. Nichtsdestotrotz finde ich „The Purrfect Match“ – das aus einer Kooperation zwischen dem Tierschutzverein München und der Marketing-Agentur TERRITORY entstanden ist, eine ganz zauberhafte Aktion.

Wenn schon nicht die große Liebe, dann das perfekte Haustier

Das wirklich interessante, ist der Ansatz, die Haustiervermittlung auf eine Dating-App zu verlegen: Tinder mit Haustieren – und damit meine ich keine neu geschaffene App, sondern tatsächlich das echte Tinder. Hier bekommen die Tierheimtiere eigene Profile, mit denen sie potenzielle neue Frauchen oder Herrchen suchen können. Das Ganze funktioniert nach dem regulären Tinder-Prinzip: Links swipen bei Nichtgefallen, rechts swipen bei Gefallen und wenn zwei Profile sich gefallen, kommt es zum Match und die beiden können chatten. Genauso soll auch das Tier-Tinder ablaufen.

Auf das Match folgt ein Treffen im Tierheim

Hierfür erstellte die Agentur für 15 Katzen und Hunde jeweils individuelle Profile, mit professionellen Fotos der Tiere und einem kurzen Beschreibungstext. Betreut werden die Profile von Mitarbeiter:innen der Agentur, die dann stellvertretend für die Tiere „swipen“. Kommt es zu einem Match, werden im Chat ein paar grundsätzliche Fragen abgeklärt. Hat es dann wirklich „gefunkt“, dann werden die potenziellen neuen Haustierbesitzer:innen zu einem Treffen im Tierheim München eingeladen.

Ist die Aktion eigentlich mit Tinder abgesprochen? Auf Nachfrage antwortete uns Daniel Nerger, Berater bei TERRITORY webguerillas: „Es war eine klassische Guerilla Aktion. Erst als die Presse über unser Projekt berichtet hat, kam es zu einem positiven Austausch mit Tinder […] Die Aktion ist für das Tierheim ein voller Erfolg, es gibt viel Interesse an den Tierheim und an Spendenmöglichkeiten.“

Sommer- und Post-Corona-Saison in Tierheimen

Hintergrund für die Aktion ist ein trauriger Rekord in deutschen Tierheimen: Um während der Zeit im Homeoffice, sowie der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie etwas Gesellschaft zu haben, schafften sich viele Menschen ein Haustier an. Doch nachdem nun mehr und mehr von uns in die Büros zurückkehren, stellen viele fest, dass sie gar keine Zeit für ein Haustier haben und geben es in einem Tierheim ab. Das führt dazu, dass einige Tierheime mittlerweile unter massivem Platzmangel leiden. Dazu kommt dann ebenfalls noch die all jährige Sommerhochsaison in Tierheimen, da während der Urlaubszeit generell mehr Tiere ausgesetzt werden. Um jetzt also die Haustiervermittlung voranzutreiben, geht der Tierschutzverein München mit seiner Tinder-Aktion neue und ungewöhnliche Wege. Unterstützt wird das Ganze pro bono von TERRITORY – neben der Einstellung und Betreuung der Profile übernimmt die Agentur auch die begleitenden PR-Maßnahmen in sozialen Netzwerken. Ich für meinen Teil bin gespannt, wie die Aktion auf der Plattform ankommt und finde vor allem den Aspekt, dass hier ein ganz neuer und unkonventioneller Weg gegangen wird, um einen altbekannten „Service“ zu bewerben. Das beweist mal wieder, dass sich das viel zitierte „Outside of the Box“-Denken gerade im Bereich PR und Werbung durchaus lohnen kann. Über den Bürohund werde ich vielleicht auch nochmal nachdenken…

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Über Ralph Günther

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