„Der Freelancer muss Experte und harter Geschäftsmann sein“ – Interview mit Gunnar Berning von twago

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Zusammenarbeit, Vernetzung und Vermittlung: Seit zwei Jahren hilft die Projektplattform twago („Teamwork Across Global Offices“) Unternehmen, Agenturen, Start-Ups, IT- und Webshops dabei, Experten zu finden. Das Konzept ist einfach: Die Suchenden veröffentlichen Projekte, auf die sich die passenden Dienstleister aus den Bereichen Programmierung bis hin zu Content bewerben können. Transparenz und Vertrauen sind für die Macher dabei oberstes Gebot.

„Die Nachfrage nach Freiberuflern hat seitens der Unternehmen zugenommen“, sagt Gunnar Berning, Geschäftsführer der Projektplattform twago.
„Die Nachfrage nach Freiberuflern hat seitens der Unternehmen zugenommen“, sagt Gunnar Berning, Geschäftsführer der Projektplattform twago.

Warum, darüber habe ich mit twago-Geschäftsführer Gunnar Berning gesprochen – und auch über Chancen und Risiken von Freelancern auf dem Dienstleistungsmarkt. Meine 5 Fragen an…

Der Freiberuflermarkt erlebt stetigen Zuwachs: Immer mehr Experten entscheiden sich für die Selbstständigkeit. Was hat das für Gründe?

Es ist für viele Freiberufler in den letzten Jahren einfacher geworden Projekte zu finden. Die Vernetzung mit Geschäftspartnern und potentiellen Kunden ist so problemlos wie nie zuvor. Eine bedeutende Rolle dabei spielen die Business-Netzwerke XING und LinkedIn. Außerdem gibt es für Freiberufler und Unternehmen, die mit Freiberuflern zusammenarbeiten wollen, viel mehr Möglichkeiten sich zu finden, auch dank Projektplattformen, wie wir sie mit twago anbieten.

Ich denke auch, dass viele Menschen einfach unabhängiger sein wollen und dazu gehört es, der eigene Chef zu sein. Die Nachfrage nach Freiberuflern, auch gerade in der IT-Branche, hat seitens der Unternehmen in den letzten Jahren zugenommen. Viele Unternehmen haben auch gar nicht die Kapazitäten, alle Stellen voll zu besetzen.

Freiberufler oder Freelancer sind in dem Fall die idealen Geschäftspartner: hohe Expertise mit viel Erfahrung auf dem jeweiligen Spezialgebiet für einen begrenzten Zeitraum. Das ist für solche Unternehmen die beste Lösung.

Raus aus dem festen Arbeitsverhältnis, rein in die selbstorganisierte Selbstständigkeit: Sind mit diesem Schritt nicht auch Nachteile und handfeste Risiken verbunden?

Der eigene Chef sein, bringt natürlich auch eine Menge Verantwortung mit sich. Man muss seine Kunden allein finden, das gesamte Geschäftliche regeln. Nicht jeder IT-Berater oder Webdesigner ist der geborene Geschäftsmann. Man ist als Freelancer bzw. Freiberufler einerseits Experte auf seinem Gebiet, aber andererseits muss man auch harter Geschäftsmann sein.

Und: Man muss sich um die soziale Absicherung, alle Versicherungen und die Weiterentwicklung des Unternehmens kümmern. Kundenbetreuung, Buchführung und rechtliche Belange sind nicht Jedermanns Sache. Die Herausforderung ist also meist nicht das Fachliche, sondern das Geschäftliche. Glücklicherweise kann man so etwas lernen oder natürlich andere Experten damit beauftragen. Die Steuererklärung ist dabei immer noch das Paradebeispiel: Die machen die wenigsten selbst.

Mit Eurer Projektplattform twago habt ihr es Euch zur Aufgabe gemacht, Freelancer und Unternehmen als Vermittler zusammenzubringen. Warum wird dieses Konzept „Vermittlung über einen Dritten“ immer wichtiger?

Wir nehmen den Freelancern die Akquisearbeit ab. Sie können sich dadurch voll auf die Projekte konzentrieren. Wir sind für die Freelancer also nicht nur ein Kanal, um Arbeit zu finden, sondern bieten auch solides Marketing durch die Nutzerprofile. Mit twago directSearch bieten wir außerdem auch ein Branchenverzeichnis an. Die Freelancer können sich dort eintragen lassen und auf Direktkontakte bauen.

Für die Unternehmen, die mit Freelancern kooperieren wollen, übernehmen wir die Vorauswahl, um den passenden Partner zu finden. Wir greifen dabei nicht direkt ein, sondern bieten für die Nutzer die entsprechenden Tools an. Ein solches wichtiges Tool ist das Bewertungssystem. Die Auftraggeber können so einfach erkennen, welche Freelancer in der Vergangenheit zuverlässig erstklassige Arbeit abgeliefert haben. Auf der anderen Seite können natürlich die Freelancer die Auftraggeber bewerten.

Mitte des Jahres ist der Projektmarkt für Freelancer ja meist etwas ruhiger. Deshalb habt ihr Euch eine besondere Aktion ausgedacht…

Genau. Wir bieten noch bis Ende Juni Sonderkonditionen für Freelancer an, um das Sommerloch zu überbrücken. Wer bis zum 30.06. bei der Registrierung auf twago.de den Promocode „SUMMER11“ angibt, bekommt die „Freelancer“-Mitgliedschaft auf twago für einen Monat gratis. Man erhält dann Zugriff auf 95 Prozent der Projekte und obendrein noch einen Rabatt auf die Vermittlungsprovision von 20 Prozent. Wir hoffen, dass so einige Freelancer den eher „langsamen“ Sommer mit einem vollen Auftragsbuch verbringen können.

Dennoch gibt es immer noch Berührungsängste vieler Freelancer gegenüber Projektbörsen – was unter anderem auch an der viel beklagten Intransparenz einiger Projektvermittler liegt. Was macht eine gute Agentur denn aus?

Eine gute Agentur macht genau das aus: Transparenz schaffen. Weiterhin ist für die Nutzer Sicherheit, Funktionalität und Erfolg ein entscheidender Faktor.

Transparenz kann u.a. durch unabhängige Nutzerbewertung erreicht werden. Die Angaben von Referenzen ist auch ein entscheidender Faktor für die Auftraggeber. Referenzen sind häufig ein guter Indikator, ob der jeweilige Dienstleister für das entsprechende Projekt die nötige Erfahrung hat.

Sicherheit betrifft viele Bereiche, die bei der Nutzung eines Projektvermittlers berührt werden. Natürlich muss die Nutzung an sich unbedenklich sein, Stichwort sichere Verbindung über https. Idealerweise sollten die Freelancer vom Plattformbetreiber überprüft sein. Vertrauenswürde Plattformen bieten einen solchen Service an.

Weiterhin sollten die Auftraggeber die Möglichkeit haben, den Vertraulichkeitsgrad des Projekts zu bestimmen. Soll das Projekt über Google auffindbar sein? Sollen alle Nutzer der Plattform das Projekt sehen können? Gibt es womöglich sogar die die Funktionalität, das Projekt mit einer Vertraulichkeitserklärung zu schützen oder nur ausgewählte Dienstleister zur Abgabe eines Angebots einzuladen.

Funktionalität ist für die Nutzer sehr wichtig. Können Sie alle wichtigen Informationen in einem Portfolio zusammenfassen. Die Referenzen und Bewertungen haben dabei einen hohen Stellenwert. Zur Funktionalität gehört auch Usability. Dabei wünschen sich die Freelancer natürlich eine einfache und intuitive Benutzung ohne zu viel Schnick-Schnack. Um für ein Projekt ein Angebot abzugeben, sollte man sich nicht erst durch acht Seiten klicken müssen.

Erfolg bringt die Leute dazu Vertrauen in die Projektvermittler zu fassen. Wer einmal ein Projekt gefunden und dies erfolgreich abgeschlossen hat, kommt gern zurück. Wir beobachten das recht häufig. Die Zahl der wiederkehrenden Nutzer – auf Freelancer- und Auftraggeberseite – ist erfreulich hoch.

Generell herrscht in Deutschland noch Zurückhaltung. Vorreiter sind natürlich wieder die USA, wo das Konzept schon seit Jahren wunderbar funktioniert.

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